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Juli 2014: Abschlepp-, Sachverständigen- und Reparaturkosten - die Vorgehensweise der Versicherungen

Wer einen Unfall hat, an dem er zumindest keine sichere Alleinschuld hat, der sollte unverzüglich einen Anwalt mit der Regulierung beauftragen. Die Anwaltskosten werden als Schadensersatz erstattet, im Falle einer Alleinhaftung der Gegenseite kostet ein Anwalt in Verkehrsunfallregulierungen daher nichts. Warum dies Sinn macht, zeigt unsere heutige News, bei der wir aktuelle Kürzungsmaßnahmen praktisch aller Haftpflichtversicherer erläutern.

BGH hebt Urteil zur Kürzung von Sachverständigenkosten auf

Bereits seit 2 Jahren werden verstärkt die Sachverständigenkosten nur gekürzt erstattet. Dieser Vorgehensweise hat der BGH (Urteil vom 11.02.2014, VI ZR 225/13) nun erstmalig eine Abfuhr erteilt, indem er festgestellt hat, dass der Unfallgeschädigte in aller Regel darauf vertrauen darf, dass die Sachverständigenkosten auch angemessen sind. Eine Marktforschung nach dem günstigsten Sachverständigen muss der Unfallgeschädigte nicht betreiben. Nur wenn man dem Unfallgeschädigten ein Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht nachweisen kann, ist die Kürzung der Sachverständigenkosten zu rechtfertigen.

Man wird sehen, ob dieses Urteil dazu führen wird, dass derartigen Kürzungen künftig unterbleiben oder die Versicherung künftig Sachverständige vorschlagen, die günstige Tarife anbieten (und mithin entweder unsauber arbeiten müssen oder aber im Sinne der Versicherungen Gutachten erstellen).

Kürzung von Reparaturkosten

Doch neben den Sachverständigenkosten werden auch weiterhin Reparaturkosten gekürzt, verbunden mit dem Verweis auf eine "Billigwerkstatt". Um hier eine möglchst gute Ausgangslage zu haben, wird dringend empfohlen, sämtliche Unterlagen zur Wartung, Reparatur, etc. in einer Vertrauenswerkstatt aufzuheben und nicht etwa beim Verkauf des Unfallautos mit wegzugeben (ggf. eben Kopien anfertigen).

Kürzung von Abschleppkosten

Ein aktueller Hauptkürzungspunkt neben den Sachverständigenkosten sind auch Abschleppkosten. Auch hier wird häufig der Einwand überhöhter Kosten eingewandt. Zumeist wird über die Höhe der Abschleppkosten keine ausdrückliche Vereinbarung geschlossen, kein Wunder, muss es meist ja auch schnell gehen. Grundsätzlich erstattungsfähig sind daher nur die ortsüblichen Vergütungen (so z.B. AG Krefeld, Urteil vom 10.01.2014, 6 C 301/13). Ähnlich wie bei den Sachverständigenkosten gilt aber auch hier, dass der Unfallgeschädigte keine Marktforschung betreiben muss (OLG Celle, Urteil vom 09.10.2013 - 14 U 55/13; OLG Düsseldorf, Urteil vom 26.06.2008 - I U 246/07). Als Fazit kann empfohlen werden, etwaige Abschleppkosten nicht vorzuschießen, sondern die Regulierung der Versicherung abzuwarten.

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